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Nicht nur aus dem Koalitionsvertrag 2017 resultierte die Forderung der CDU und SPD eine Expertenkommission einzusetzen, die sich mit Bildungsthemen befassen soll. Auch die von der G9-jetzt! initiierte Volksinitiative und das Volksbegehren trugen entscheidend dazu bei. Im Vorfeld der Landtagswahlen 2017 hatten sich alle Parteien für eine Möglichkeit der Rückkehr zu einem neunjährigen Gymnasium im Saarland ausgesprochen. Nur Wahlkampfversprechen?

Laut Koalitionsvertrag sollen folgende Themen in der Expertenkommission behandelt werden:

„Die vorgenannten Themen (individuelle Förderung, fachliche Qualität, Umsetzung KMK Richtlinien zu einer neuen Oberstufe, in den beiden Schulformen Profilbildung ermöglichen, hoher Stellenwert des Abiturs, Vergleichbarkeit sicherstellen durch Abweichprüfungen und schulfremder Zweitkorrekturen) zu Gymnasien und Gemeinschaftsschule werden wir anhand ihrer spezifischen Bildungsziele in einer Expertenkommission eruieren. Dabei spielen Fragen des Schulfriedens, der Schulzufriedenheit, des Schulzugangs, der Schulzeit (G8 / G9), der Inhalte und der Qualität des Unterrichts, der Gestaltung der Oberstufe und des Abiturs, der Vergleichbarkeit und Abgrenzung zu anderen Schulformen eine Rolle. Die Kommission ist zusammengesetzt aus Vertretern der beiden Koalitionsfraktionen, Eltern- und Schülervertretungen der einzelnen Schulformen, Lehrerverbänden, Schulträgern, dem für Bildung zuständigen Ministerium und der Staatskanzlei sowie weiteren Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Hochschulen und Zivilgesellschaft.“

Die erste Sitzung fand erst Ende 2017 statt, ein Dreivierteljahr nach der Landtagswahl. Die Einladung zur konstituierenden Sitzung erfolgte ohne Tagesordnung. In der ersten Sitzung kamen unterschiedliche Themen zur Sprache, aus aktuellem Anlass ging es hauptsächlich um die Brandbriefe der Gemeinschaftsschulen.

Das Protokoll fügen wir zur Information bei.

In der kommenden Sitzung, Mitte März 2018, sollen die Gleichwertigkeit der beiden Bildungssäulen Gemeinschaftsschule und Gymnasium sowie G8/G9 besprochen werden.

Anfragen von uns an das Ministerium, unter welchen Gesichtspunkten diese Themen diskutiert werden sollen, wie der längerfristige Zeitplan aussieht, wie Ergebnisse/Empfehlungen festgelegt werden und ob Stellungnahmen der Teilnehmer gefordert sind, blieben bisher unbeantwortet. Wie sollen Mitbestimmung und Mitgestaltung gelingen, wenn weder eine klare Zielsetzung noch die Arbeitsweise der Kommission erkennbar sind?

Runder Tisch in NRW - G8/G9 Scheindebatte

Einladung März 2018

Tagesordnung März 2018

Beispiel Bayern: Die Debatte um G8/G9. Zwar scheiterten die Freien Wähler 2014 mit ihrem Volksbegehren, das neunjährige Gymnasium wieder einzuführen. Doch die Diskussion war damit angestoßen und ließ sich von der CSU nicht wieder einbremsen. So verkündete Kultusminister Ludwig Spaenle im vergangenen Jahr:

"Das neue bayerische Gymnasium kommt - das G9 in Bayern ist beschlossen."

Ludwig Spaenle, bayerischer Kultusminister

Bayern

http://www.br.de/nachrichten/was-volksbegehren-bewirken-koennen-100.html